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Wie wird autonomes Fahren das Leben junger Menschen verändern?

Privatleben und Mobilität

Raven Brookes

Raven Brookes

20.02.2019

       

Mit einer Straßenumfrage in einem hippen Stadtteil von Birmingham gingen 2025AD-Autorin Raven Brookes und ihr Team der Frage nach, wie autonome Mobilität die Zukunft junger Menschen beeinflusst.

 

Denkt man an Birmingham, denkt man höchstwahrscheinlich an geschäftige Straßen und Einkaufszentren, das vielseitige und bunte Nachtleben oder vielleicht auch an althergebrachte Industrie. Aber schon bald will Birmingham an der Spitze dessen stehen, was Städte in Sachen fahrerloser Infrastruktur ermöglichen können  – und wird damit ganz neue Denkanstöße geben.

 

Birmingham ist die zweitgrößte Stadt Großbritanniens. Im größeren Ballungsraum leben rund 3,8 Millionen Menschen – fast 6 Prozent der gesamten britischen Bevölkerung. Im Jahr 2017 hatte die Stadt 1,1 Millionen Einwohner, bis 2021 wird ein Anstieg von 500.000 erwartet. Klar, dass es in einer so großen Stadt viele Autos gibt: 1,79 Millionen, um genau zu sein. Und Birmingham ist zudem eine Pendlerstadt, mit über 166.000 Pendlern aus der Umgebung.

 

Natürlich ist der Verkehr für die Dynamik eines solchen Ortes unerlässlich, weswegen Birmingham schon jetzt viel investiert. Die Stadt verfügt über ein ausgedehntes U-Bahn-Netz, einen neu errichteten Großbahnhof (Grand Central) und viele Radwege. Gleichzeitig bereitet sich Birmingham sich darauf vor, fahrerlose Technologie ins Stadtbild zu integrieren. Die Initiative Midlands Future Mobility hat ein neues 11-Millionen-Pfund-Programm zur Evaluation vernetzter und autonomer Fahrzeuge erhalten, das sich enorm auf die Stadt auswirken wird.

 

Aber was hält die Jugend von Birmingham von den Plänen der Stadt, fahrerlos zu werden? Das wollen wir in den trendigen Straßen des legendären Stadtteils Digbeth herauszufinden:


 

HEY, MIKE!

Mike, 29, Leitender Angestellter im Bereich Social-Media: Birmingham ist eine Vorreiterstadt und hat keine Angst, Dinge anders zu machen. Sie investiert und geht mit der Zeit. Sie bleibt immer aktuell und hat viel zu bieten. Sie sprengt Grenzen. Ich denke, automatisierte Fahrzeugsysteme würden sich sehr gut in die bestehenden Entwicklungen in Birmingham, wie zum Beispiel die neue Metro, integrieren. Es gäbe auch weniger Emissionen, das würde die Stadt grüner machen.

 

Ein fahrerloses Auto zu haben – und ich hätte definitiv eines – würde mir die Möglichkeit geben, meine Pendelzeit besser zu nutzen. Und wenn das Auto Leute für mich abholen könnte, würde das auch viel Zeit sparen.

 

 

HEY TANYA!

Tanya, Ende 20, betreibt ein Vintage-Kleidungsgeschäft: Wenn ich mit einem selbstfahrenden Auto fahren würde, würde ich viel schneller nach Hause kommen als jetzt. Ich bin auf Busse und Bahnen angewiesen. Das bedeutet, dass ich zwei Stunden meines Tages mit Pendeln verbringe. So ist es schwierig, eine gute Work-Life-Balance zu finden. Wenn ich mit selbstfahrenden Autos auch nur eine halbe Stunde vom Tag zurückbekommen könnte, hätte ich mehr Zeit für mich. Fahrerlose Autos würden also einen großen Unterschied machen. Ich würde früher nach Hause kommen, und ich wäre immer noch in der Lage, mich zu entspannen und auf meiner Fahrt zu lesen.

 

Ich denke, wenn man fahrerlose Autos ins Stadtbild integrieren wollte, sollten alle Autos fahrerlos sein. Denn Autofahrten sind nicht in Stein gemeißelt, sie sind nicht vorhersehbar. In fahrerlosen Bussen zu fahren könnten sich beispielsweise wirklich beängstigend anfühlen, wenn gleichzeitig „normale“ Autos auf der Straße wären.

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(Foto: drpgroup.com)

 

HEY DANIEL!

Daniel, 19 Jahre, Koch: Jemand, der viel arbeitet, könnte von fahrerlosen Autos profitieren. Er könnte dort mehr Arbeit erledigen, als wenn er die Bahn nimmt. Allerdings bin ich mir nicht sicher, ob die Autos auch völlig sicher sind.

 

Kinder würde ich zum Beispiel in den Autos wahrscheinlich nicht unbeaufsichtigt lassen. Wenn ich ein Kind hätte, würde ich auch im Auto sitzen wollen. Jemand könnte sich sogar in das Auto hacken und das Kind entführen. Es gibt immer eine Person, die einen Weg in das System findet, ganz egal, wie sicher es ist.

 

 

HEY EOGHAN!

Eoghan, Ende 20, Brauerei Brewdog: Fahrerlose Autos sollten die Straßen viel sicherer machen. Jede andere Branche, in der Mensch und Maschine zusammenarbeiten, ist bereits sicherer geworden. Sogar das Brauereiwesen! Unsere Hauptbrauerei ist komplett computergesteuert und es gibt keine Probleme. Ich denke, Menschen verursachen mehr Unfälle als Computer.

 

Es könnte auch soziale Aspekte integrativer machen. Bei Gruppen, die ausgehen und etwas trinken wollen, muss der Fahrer verzichten und kann die Nacht deshalb womöglich nicht genießen. Selbstfahrende Autos würden das ausgleichen. Jeder würde sicher nach Hause kommen und niemand müsste ein teures Taxi bezahlen.

 

 

HEY ELLIE! 

Ellie, 19, Student: Wenn ich ein selbstfahrendes Auto hätte, würde ich die ganze Zeit drinsitzen. Ich würde an alle möglichen Orte fahren und mehr Dinge unternehmen. Ich bin es leid, zu Hause zu sitzen und nichts zu tun, weil ich kein Auto habe – und ich hasse Busse! Ich könnte mich sogar hinten umziehen, ohne mir allzu viele Sorgen zu machen.

 

Würde ich es vermissen, selbst zu fahren? Ja und nein. Ich liebe es, selbst zu fahren, aber autonomes Fahren ist für bestimmte Arten von Reisen einfach besser. Obwohl, die Wirkung auf Birmingham könnte schlecht sein. Wenn jeder ein fahrerloses Auto hat, werden die Straßen voller und niemand kommt mehr schnell voran.

 

 

HEY KIERAN!

Kieran, 22, Student für Grafikdesign: Ich würde gerne am Ende der Nacht in ein selbstfahrendes Auto steigen. Das liegt aber einfach daran, dass ich futuristische Dinge mag. Ich kann mir vorstellen, dass die meisten Menschen sich vor allem um die Sicherheit sorgen werden, besonders die älteren Generationen. Sie können mit autonomem Fahren wahrscheinlich nichts anfangen.

 

Ich habe auch die Befürchtung, dass die fahrerlose Technologie die meisten Menschen an ihre Handys fesseln würde, irgendwie auf halbem Weg zum Film Wall-E. Menschen, die normalerweise zur Arbeit gehen, würden stattdessen diese kleinen Kapseln bekommen. Sie würden sich weniger bewegen und weniger engagieren. Die Menschen werden nur noch in dieser kleinen Kapsel sitzen und die Welt nur noch auf ihrem Display wahrnehmen.

 

 

HEY LUKE!

Luke, 25, Korrekturleser: Ich habe autonomes Fahren bisher als eine Sache der fernen Zukunft gesehen. Aber wenn es Realität werden würde, hätte ich endlich mehr Zeit die Dinge zu tun, die ich wirklich gerne tue: Schreiben beispielsweise. Ähnlich wie beim Pendeln im Zug oder Bus könnte ich mich ausschließlich auf meine Arbeit konzentrieren, während ich immer noch direkt von A nach B reiste.

 

Ich denke, ich würde jedoch "normales" Fahren vermissen. Ich mag es, nachts Ausflüge zu machen. Es hilft mir, mich zu entspannen. Die Straßen sind leer und du fährst einfach mit deiner eigenen Geschwindigkeit. Aber während ich das sage, glaube ich, dass die Vorteile eines selbstfahrenden Autos überwiegen würden.

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(Foto: drpgroup.com)

Die Jugend von Digbeth ist der Meinung, dass fahrerlose Autos den Menschen in Birmingham unzählige Möglichkeiten bieten, Zeit und Geld zu sparen – und noch mehr Möglichkeiten, Abenteuer zu erleben. Für einige könnte es ihre Lebensweise völlig verändern. Aber die Befragten scheinen sich darüber im Unklaren zu sein, ob eine fahrerlose Stadt auch tatsächlich sicherer wird. Und es gibt noch größere Befürchtungen, dass das öffentliche Leben sich noch mehr von Technologie abhängig macht.

 

Sicherheit und übermäßige Abhängigkeit von autonomer Technik – sind das allgemeine Befüruchtungen, die Jung und Alt gleichermaßen haben? Diskutiere mit und sag‘ uns, was Du denkst.

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