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Wie drei Worte die Navigation autonomer Fahrzeuge elementar verändern könnten

Privatleben und Mobilität

Raven Brookes

Raven Brookes

21.11.2019

       

Weniger frustrierend, deutlich effizienter, viel sicherer“ – das sind nur drei Charakterisierungen, die die Vorteile von what3words beschreiben. Das System bietet eine neue Methode zur Standortbestimmung, indem es die alte „Postanschrift“, die als Grundlage für die GPS-Navigation genutzt wird, durch so genannte „Dreiwortadressen“ ersetzt.

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Um what3words und die damit verbundenen Veränderungen in der Navigation – auch bei fahrerlosen Autos – zu verstehen, müssen wir zunächst verstehen, wie GPS funktioniert und warum der Gebrauch von Postanschriften dabei an der Tagesordnung ist. Aus diesem Grund haben wir mit Giles Rhys Jones, dem Marketing Vorstand von what3words, gesprochen und um seine Expertenmeinung gebeten, wie traditionelle Navigationsmethoden und -technologien „überwunden“ werden können.

 

Wie funktioniert GPS?

GPS ist ein System von Navigationssatelliten, die die Erde umkreisen und ständig Signale aussenden. Ein Empfänger in Telefonen, Autos oder anderen Geräten nimmt diese Signale auf und ermittelt nach dem Empfang den Standort, indem die Entfernung zu den Satelliten berechnet wird.

 

Der Standort selbst wird als GPS-Koordinate dargestellt. Diese wurde bis vor kurzem ausschließlich durch Postanschriften bestimmt, die typischerweise in die Mitte des jeweiligen Gebäudes navigieren. Tatsächlich führen gemäß einer von what3words durchgeführten Untersuchung über 70 Prozent der Adressen nicht zu ihrem Haupteingang. Dementsprechend schwierig ist es für Lieferanten, Dienstleister und Besucher, diese zu finden.

 

Die Schwächen der Navigation nach Postanschrift

Postanschriften haben ihren Zweck bis zu einem gewissen Grad erfüllt, aber sie sind begrenzt und decken nicht alle Ziele ab, die man möglicherweise erreichen möchte. Parks, Sportplätze, Strände, Parkplätze, usw. sind für Navigationssysteme oft nicht darstellbar. Das Beste, was man tun kann, ist, die nächstgelegene Postanschrift zu finden und von dort aus nach einer traditionellen Karte zu navigieren – oder vielleicht eine Markierung zu setzen, wohin man seiner Meinung nach hinfahren müsste.

 

Aber städtebauliche Aspekte sind nicht das einzige Problem bei der Navigation nach Postanschrift. Ungenauigkeiten sind unvermeidlich, da die Adressen selbst nicht eindeutig sind. Alleine in Berlin gibt es zum Beispiel den unglücklichen amerikanischen Touristen in Island, der Laugarvegur anstelle von Laugavegur eingab und einen sechsstündigen Umweg hinnehmen musste.

 

Es gibt auch eine ernst zu nehmende Inkompatibilität mit der Spracherkennung, die ein immer wichtigeres Element des modernen Fahrens ist. Aufgrund von Akzenten werden Sprachsysteme oft Schwierigkeiten haben, das richtige Ziel zu finden, zumal viele Adressen Homophone beinhalten. Nehmen wir zum Beispiel die Lorne Road und die Lawn Road in London. Das Navigationssystem würde jeweils das Gleiche „hören“, obwohl die Straßen 15 Autominuten voneinander entfernt liegen.

 

„Postanschriften wurden vor Hunderten von Jahren entwickelt, um Postsendungen zu sortieren – wofür sie bestens geeignet waren. Aber sie wurden eben nicht für eine zunehmend mobile Bevölkerung oder den expandierenden E-Commerce-Markt entwickelt.“

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Die w3w-Unterscheidung

what3words arbeitet daran, die Welt in ihrer Gesamtheit zu unterteilen – in dreimal drei Meter Rasterfelder, von denen jedes einzelne eine einzigartige „Drei-Wort-Kennung“ bekommt, die an die Stelle einer Adresse tritt. Eine Kennzeichnung, die einen direkt zum gewünschten Eingang oder Parkplatz führen könnte, und nicht in das „Zentrum“ des nächsten Gebäudes. Der what3words-Algorithmus wandelt im Wesentlichen GPS-Koordinaten in Wörter um. Also anstatt nach „52.367611, 9.737528“ zu suchen, könnte man einfach „fernsehen.baum.jemand“ sagen.

 

Der Dienst kann für alle möglichen Dinge verwendet werden, vom Navigieren eines Autos, über die Lieferung einer Pizza an eine Parkbank, bis hin zur Lokalisierung, wo deine Freunde während einer Wanderung ihr Lager aufgeschlagen haben. Beim Einsatz von Rettungsdiensten, bei denen ein Verletzter in der Lage war, dem Sanitäter genau zu sagen, wo er sich befindet, konnten bereits beträchtliche Vorteile ausgemacht werden - besonders hilfreich, wenn die Postanschrift unbekannt ist. Mittlerweile nutzen , Tendenz steigend.

 

Das langfristiges Ziel von what3words ist es, zum Standard für globale Adressen zu werden. Und zwar folgendermaßen:

 

„Jeder auf der Welt – in Städten, auf abgelegenen Inseln oder gar in Nomadenzelten in der mongolischen Steppe – hat eine einfache und zuverlässige Adresse, die er jederzeit nutzen kann. Wir möchten, dass jeder seine Drei-Wort-Adresse überall dort verwenden kann, wo man sonst eine traditionelle Adresse angeben würde. Das könnte in Webshops, Lieferservice-Apps, Taxi- und Fahrservice-Apps, in satellitengestützten Autonavigationsgeräten und in Karten-Apps sein.“ Giles Rhys Jones, Marketing Vorstand

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Vorteile für das autonome Fahren

Der geschäftliche und persönliche Nutzen einer genaueren und benutzerfreundlicheren Standortbestimmung ist im Allgemeinen enorm. Wo aber liegen die Vorteile für das autonome Fahren? Das sagen die führenden what3words-Köpfe:

 

„[Dies] ist die perfekte Lösung für Lieferungen mit Drohnen und für autonome Fahrzeuge. Eine Straßenadresse ist viel zu weit gefasst, als dass eine Drohne wissen könnte, wo sie landen soll, und ein autonomes Fahrzeug benötigt einen unglaublich genauen Standort, um zu wissen, wo es seine Reise beenden soll – viel genauer, als eine Straßenadresse es ermöglicht.“

 

Und was die Integration in fahrerlose Fahrzeuge betrifft? Die hat bereits begonnen:

 

"[Unsere] Technologie wurde nun in #AccessibleOlli integriert. Seine Passagiere müssen einfach nur drei Worte sagen, um zu einem beliebigen dreimal drei Meter großen Quadrat irgendwo auf der Welt navigiert zu werden. Olli ist ein selbstfahrender Shuttle, der von Local Motors gebaut und von IBM Watson weiterentwickelt wurde. Das Projekt findet Wege, wie Menschen mit Behinderungen oder eingeschränkter Mobilität von den autonomen Fahrzeugen der Zukunft profitieren können.“ Giles Rhys Jones, Marketing Vorstand.

 

Wenn man bedenkt, dass fahrerlose Fahrzeuge nur dann wirklich funktionieren, wenn auch Tür-zu-Tür-Fahrten möglich sind, könnte what3words durchaus das neueste fehlende Teil im Puzzle des autonomen Fahrens sein.

 

Für jeden, der daran interessiert ist, what3words selbst auszuprobieren, gibt es eine kostenlose App im App Store. Sie funktioniert auch offline. Alles, was man braucht, ist eine GPS-Position, um herauszufinden, wo man sich genau befindet oder wo genau man sein müsste.

 

Glaubst du, dass diese Art der Navigation durchstarten wird? Wenn nicht, warum nicht? Nimm an der Debatte teil und lass uns deine Meinung wissen.

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