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Was Frauen an autonomen Fahrzeugen gut finden – und was nicht

Privatleben und Mobilität

Emily Saunders-Madden

Emily Saunders-Madden

13.04.2019

       

Autonomes Fahren wird eines Tages unser Leben verändern - die Art wie wir arbeiten, wie wir einkaufen, reisen oder Kontakte knüpfen. Aber obwohl diese Veränderungen uns alle betreffen, reden bisher meistens nur Männer über das Thema. Die weibliche Perspektive fehlt weitestgehend oder wird nur in angeblich typisch weiblichen Nischen –  wie z.B. Sicherheit und Ästhetik - abgefragt.

 

2025AD-Autorin Emily Saunders-Madden hat mit vier Frauen der ganzen Welt gesprochen, um zu erfahren, was autonomes Fahren für sie bedeutet.

 

JESS (USA)

Jess ist Hausfrau in Texas und spricht mehrere Sprachen. Wie viele Mütter scheint Jess nicht viel Zeit zu haben, sich auf sich selbst zu konzentrieren: "Ich bin es gewohnt, sowohl Mutter als auch Vater zu sein! Ich kann nur dann Dinge für mich selbst tun, wenn die Jungs in der Schule sind."

 

Jess sagt, ihre tägliche logistische Herausforderung besteht darin, sich dort zurechtzufinden, wo sie lebt. Sie will sich nicht die ganze Zeit auf ein Navi verlassen. Wie für die meisten Autofahrer ist der Verkehr auch für Jess eine große Quelle der Frustration: "Je nach Tageszeit kann der Verkehr sehr stark sein. Nicht im Sinne von 'stillstehen', sondern von „sich nur sehr langsam bewegen."

 

Wenn Jess über ihre Fahrschwierigkeiten spricht, gibt sie zu, dass sie einem Klischee entspricht: "Manchmal vergesse ich, zu tanken! Wir hatten vier Jahre lang einen Tesla – den haben wir zum Aufladen einfach angeschlossen! Ich vermisse das - und die ruhige, behutsame Fahrt eines Elektroautos."

 

Als Tesla-Fan hat Jess bereits darüber nachgedacht, was ein völlig selbstfahrendes Auto für ihre Familie bedeuten würde: „Lange Reisen wären viel unstressiger – wir hätten mehr Zeit, um mit unseren Jungs zu plaudern, gemeinsam Filme anzusehen, Spiele zu spielen und darüber zu reden, was sie tun wollten, wenn wir am Ziel angekommen wären."

 

Jess gesteht, dass sie trotz Autopilots einen Kontrollverlust bei fahrerlosen Fahrzeugen befürchten würde. "Ich müsste alle fünf Minuten meine Hände auf das Lenkrad legen."

 

Dennoch sagt auch sie, dass einer der größten Vorteile einer fahrerlosen Gesellschaft für sie darin besteht, dass "keine Unfälle mehr passieren sollten".

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NICOLE (DEUTSCHLAND)

Nach langjähriger Tätigkeit in einem Softwareunternehmen verfügt Nicole über ein starkes Basiswissen in Sachen technische Entwicklungen. Die Mutter von zwei Teenagern lebt mit ihren Kindern in Süddeutschland und betont wie wichtig es ist, das Familienleben nach einem festen Zeitplan zu gestalten.

 

Sie fährt einen Renault Zoe – ein Elektroauto – und weiß, dass sich selbstfahrende Autos noch weitgehend in der "Testphase" befinden. Auf die Frage, ob sie jemals ein fahrerloses Auto kaufen würde, antwortet sie: "Warum nicht? Es ist sicherlich bequemer und weniger stressig!"

 

Nicoles Sichtweise auf fahrerlose Technologie ist fast durchweg positiv. Sie beschreibt eine nahe Zukunft, in der Roboterassistenz und fahrerlose Technologie unvermeidlich sind, und erklärt, dass verstärkte Datenüberwachung und weniger Privatsphäre bereits Realität sind.

 

"Für junge Leute wie meinen Sohn wären fahrerlose Funktionen von Vorteil, da sie sich keine Sorgen machen müssten, ein oder zwei Bier zu trinken, wenn sie mit Freunden unterwegs sind. Und wenn ich alt bin, würde es auch helfen".

 

Fragt man Nicole nach anderen Vorteilen, weist sie darauf hin, dass selbstfahrende Autos mehr Verkehrssicherheit, weniger Staus und mehr Zeit für andere Dinge bieten würden.

 

 

GEMMA (UK)

Gemma, eine zweifache Mutter, arbeitet Vollzeit als Projektmanagerin im Werbebereich in Großbritannien. Ihr Wissen über fahrerlose Technologien stammt aus über 20 Jahren Erfahrungen, die sie in der Zusammenarbeit mit globalen Automobilkunden gemacht hat.

 

Gemma gesteht: "Ich hasse öffentliche Verkehrsmittel - ich habe gerne die Kontrolle über meine Route und wie ich dorthin komme, wohin ich will." Im Gegensatz zu Nicole ist Gemmas Blick auf selbstfahrende Autos trostlos. Sie verrät, dass sie vor 6 Jahren einen schweren Autounfall hatte und deshalb einem fahrerlosen Auto kein Vertrauen schenken würde. Solche Geschichten sind weit verbreitet und schüren die Angst vor neuen Entwicklungen im Automobilbereich.

 

Während wir allerdings weiter über fahrerlose Autos diskutieren, erkennt Gemma auch ihren Reiz.

 

"Ich stelle mir vor, dass ich mit meinem Handy einchecken kann, wenn ich mit Freunden unterwegs bin. Oder zwischen meinen Kindern sitze, um sie vom Streiten auf langen Fahrten abzuhalten oder einfach mit ihnen reden zu können. Vielleicht könnte ich meine Hündin auf mehr Reisen mitnehmen. Sie reist nicht gerne, aber so könnte ich neben ihr sitzen und ihr meine Aufmerksamkeit schenken."

 

 

DONNA (FRANKREICH)

Donna ist Hotelier und Künstlerin in Mittelfrankreich. Mit ihren erwachsenen Kindern und ihrem eigenen Unternehmen genießt sie den Luxus, regelmäßig durch Europa zu reisen.

 

Donna glaubt, dass technologische Fortschritte in Richtung fahrerlose Autos unvermeidlich sind, ist aber auch beunruhigt: "Es müssen mehr Informationen über fahrerlose Autos verfügbar sein. Ich möchte eine Fahrzeugauswahl, und das Thema selbst sollte ein wenig attraktiver werden!"

 

Hoher Verkehr ist für Donna kein Problem. Sie hat ganz andere Sorgen beim Fahren:

 

"Im Winter liegen hier bis zu zwei Meter Schnee auf der Straße, im Frühjahr sind Gewitter üblich, und im Sommer erreichen die Temperaturen bis zu 40 Grad Celsius. In diesen extremen Bereichen erhoffe ich mir, dass autonome Fahrzeuge die Straßen sicherer machen.“

 

Für Donna sind fahrerlose Autos trotz ihrer Vorteile noch eine ferne Realität:

 

"Ich mag die Vorstellung, auf langen Reisen die Aussicht zu genießen, mit Mitreisenden zu reden, wenn ich unterwegs bin, und weniger müde zu sein, wenn ich irgendwo ankomme. Aber die Gegend, in der ich lebe, ist sehr bergig und ländlich. Die Technologie funktioniert in diesen abgelegenen Gebieten nicht so gut."

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Das Fazit 

Branchenweite Umfragen zeigen, dass Frauen bei selbstfahrenden Fahrzeugen die gleichen Sorgen und Hoffnungen haben wie wir alle. Ihrer Meinung nach hat sich die öffentliche Debatte jedoch zu sehr auf das Thema Sicherheit konzentriert. Wir müssen sicherstellen, dass wir aufgeschlossen sind und alle Themen wie Finanzen, technologische Integrationen, Lifestyle, Wohlbefinden und alles dazwischen ansprechen.

 

Wir würden uns freuen, ihre Meinung über die Vorteile von autonomen Fahrzeugen zu hören. Diskutieren sie mit uns! Welche einzigartigen Herausforderungen oder Möglichkeiten wird fahrerlose Technologie in Ihr Leben bringen?

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