(Photo: https://media.jaguarlandrover.com/en)

Verdammt nah dran: Neue Technologien für das selbstfahrende Auto bei JLR

Technologie und Unternehmen

Raven Brookes

Raven Brookes

7.03.2019

       

Jaguar Land Rover treibt die Entwicklung autonomer Fahrzeuge schnell voran. 2025AD-Autorin Raven Brookes nimmt einige der interessantesten neuen Funktionen genauer unter die Lupe.

 

Das vollständig autonome Systemlösung ist das großes Ziel. Aber erst Tausende kleine Komponenten machen die Umsetzung möglich. Dafür entwickeln die Automarken und ihre Zulieferer eine Innovation nach der anderen, um selbstfahrende Autos auf den Markt zu bringen.

 

 

Schon 2016 haben wir über JLRs Versuche berichtet, Systeme zu entwickeln, die fahrerlose Autos „menschlicher" machen. Heute schauen wir noch einmal bei JLR vorbei, um herauszufinden, wie nah sie ihrem Ziel gekommen sind.

 

 

VORBILD JAGUAR LANDROVER.

JLR ist der größte britische Automobilhersteller. Er ist aus zwei legendären britischen Automarken hervorgegangen: aus dem weltweit führenden Hersteller von Premium-Allradfahrzeugen, Land Rover, und aus dem führenden Hersteller von Luxus-Sportlimousinen und Sportwagen, Jaguar. Beide haben in den letzten Jahren mit mehreren Schlüsselinnovationen große Fortschritte im Rennen um das selbstfahrende Auto gemacht.

 

Nach dem Selbstverständnis des Unternehmens ist Innovation tief in seiner DNA verankert. Allein in diesem Jahr wird JLR schätzungsweise 4 Milliarden Pfund für Produktentstehung und Investitionen ausgeben. Dies soll dafür Sorge tragen, dass bis 2020 alle neuen Jaguar Land Rover-Fahrzeuge die Option zu einem gewissen Grad von Elektrifizierung bieten werden. Die Investitionen sollen auch dabei helfen, kommerziell nutzbare fahrerlose Autos zu entwickeln.

 

Die möglichen Schlüsselkomponenten des Endprodukts

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(Foto: https://media.jaguarlandrover.com/en)

VERTRAUEN AUF PROJEKTIONEN

JLR hat ein intelligentes System entwickelt, das die Fahrtrichtung vor selbstfahrenden Fahrzeugen auf die Straße projiziert und allen anderen Verkehrsteilnehmern mitteilt, was es als nächstes tun wird.

 

Das System wird derzeit getestet und verfügt über Projektionen, die anzeigen, wann das Fahrzeug anhalten, losfahren oder abbiegen möchte. Diese vertrauensbildende Maßnahme soll Fußgängern und manuellen Fahrern helfen, sich sicherer zu fühlen, wenn sie die Straßen mit fahrerlosen Autos teilen.

 

Pete Bennett, Future Mobility Research Manager bei Jaguar Land Rover: "Bei den Tests geht es darum zu verstehen, wie viele Informationen ein selbstfahrendes Fahrzeug mit einem Fußgänger teilen sollte, um sein Vertrauen zu gewinnen. Wie bei jeder neuen Technologie müssen die Menschen lernen, ihr zu vertrauen. Und wenn es um autonome Fahrzeuge geht, müssen Fußgänger das Vertrauen haben, dass sie die Straße sicher überqueren können. Diese bahnbrechende Forschung bildet die Grundlage für die weitere Entwicklung, wie selbstfahrende Autos in Zukunft mit den Menschen interagieren werden."

 

 

KEINE ROTEN AMPELN MEHR

Laut dem Telegraph haben neue Forschungsergebnisse der Vergleichswebsite confused.com ergeben, dass britische Autofahrer täglich ein Fünftel ihrer Fahrtzeit damit verbringen, an roten Ampeln zu warten. JLR hat eine neue Technologie entwickelt, die Autos mit Hilfe von Vehicle-to-Infrastructure-Technologie (V2X) mit Ampeln verbindet. Auf diese Weise können Fahrer Rote Ampeln vermeiden und stehenbleiben zu müssen. Sie entlasten so den Verkehrsfluss und können Staus sowie Emissionen in den Städten reduzieren.

 

Die Technologie, die derzeit im Jaguar F-Pace getestet wird, kommuniziert mit der Ampel, um festzustellen, wie lange die Ampel rot bleibt. Dann nennt die Green Light Optimal Speed Advisory (GLOSA) Technologie dem Fahrer die Geschwindigkeit, mit der er verhindert, an einer roten Ampel stehenbleiben zu müssen. Schließlich kommuniziert GLOSA direkt mit dem Motor des fahrerlosen Fahrzeugs und stellt sicher, dass er mit der richtigen Geschwindigkeit fährt, ohne abbremsen zu müssen.

 

Dieses System mindert nicht nur die Verkehrsbelastung, sondern reduziert auch die Emissionen, die durch starkes Bremsen oder Beschleunigen immer dann entstehen, wenn Fahrer die Ampel noch schnell überfahren wollen oder zu spät reagieren. Dadurch fördert GLOSA letztendlich sauberere Luft und weniger Unfallrisiko.

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(Foto: https://media.jaguarlandrover.com/en)

NIE WIEDER ÜBELKEIT

Ein großes Problem für Beifahrer oder Passagiere in Autos kann auf langen Fahrten die Reisekrankheit sein. Angenommen, jede Person im Auto ist zukünftig „lediglich“ Passagier, kann Übelkeit durchaus zu einem schwerwiegenden Thema werden.

 

Die bahnbrechende Forschung von JLR zur Reisekrankheit hat Techniken identifiziert, die die Auswirkungen der Reisekrankheit um mindestens 60 % reduzieren: Zunächst berechnet ein komplexer Algorithmus individuelle "Wellness-Scores" für Fahrer und Beifahrer. Dann passen sich Fahrdynamik und Kabineneinstellungen automatisch an die individuellen Bedürfnisse an, um Übelkeit und andere Krankheitsbilder zu vermeiden.

IM RING UM DIE STADT

JLR plant, selbstfahrende Fahrzeuge innerhalb von 10 Jahren in die Realität umzusetzen. Das mag ein enges Zeitfenster sein, aber die bisherigen Versuche waren vielversprechend.

 

Im Oktober 2018 absolvierte ein Range Rover Sport die erste öffentliche autonome Fahrt auf einer der anspruchsvollsten Straßenanlagen Großbritanniens: der Coventry Ring Road. Dies ist Bestandteil des von der britischen Regierung mit 20 Millionen Pfund geförderten Selbstfahr-Projekts. Der Range Rover Sport hat bewiesen, dass er die vielen und schwierigen Kreuzungen, Auffahrten und Spurwechsel problemlos bewältigen konnte – alles autonom und innerhalb der 70 km/h-Grenze.

 

Und das ist noch nicht alles. JLR verfolgt noch immer das Ziel aus dem Jahr 2016, Autos zu entwickeln, die "fahrerähnliche Reaktionen" zeigen und so „menschlicher“ sein sollen. Es wird erwartet, dass sich das System Verkehrssituationen in einer Weise anpasst, die mit dem natürlichen Fahrverhalten des Menschen vergleichbar ist. Ziel ist es, das Vertrauen in die fahrerlose Technologie weiter zu stärken. Nur soll diesmal sichergestellt werden, dass sich selbstfahrende Autos nicht wie Roboter verhalten.

 

Obwohl sich zehn Jahre noch sehr weit weg anfühlen, geschehen die Fortschritte rasant. Und JLR zeigt, dass uns jeder erfolgreiche Test ein Stück näher an eine fahrerlose Zukunft bringt.

 

 

Diskutieren Sie mit uns! Glauben Sie, dass fahrerlose Autos in zehn Jahren im öffentlichen Raum fahren werden? Und glauben Sie auch, dass die Öffentlichkeit den Autos vertrauen wird? Wir freuen uns auf ihre Beiträge!

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