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Macht autonomes Fahren die Straßen sicherer?

Privates Leben und Mobilität

Raven Brooks

Raven Brooks

16.09.2019

       

Kommt das Thema autonomes Fahren auf, dauert es nicht lange, bis die Sicherheit von selbstfahrenden Autos in Frage gestellt oder kritisiert wird. Dabei konzentrieren sich die Bedenken und Kritikpunkte häufig auf die Frage, ob Insassen und Fußgänger ausreichend vor selbstfahrenden Autos geschützt sind. Der Fokus liegt deutlich weniger darauf, welche Rolle selbstfahrende Autos hinsichtlich der Gefährdung von Menschen durch andere Menschen spielen könnten.

Aber können uns autonome Fahrzeuge wirklich vor Gefahren durch andere im Straßenverkehr schützen?

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Städte profitieren als erstes von autonomen Autos

In Städten hält das autonome Fahren höchstwahrscheinlich als erstes Einzug. Nun ist es so, dass Stadtbewohner in der Regel einem größeren Risiko ausgesetzt sind, Opfer von Kriminalität zu werden, daher wird sich auch in Städten zuerst zeigen, inwieweit sich das autonome Fahren auf die Straßenkriminalität auswirkt.

 

Das liegt daran, dass in einer autonomen Zukunft höchstwahrscheinlich immer mehr Menschen das Privatauto den öffentlichen Verkehrsmitteln vorziehen werden. Was im Endeffekt zu einer sinkenden Kriminalitätsrate führen könnte. Denn Aggressionen, Gewalt, Trunkenheit, Überfällen und ähnlichen Dingen, die leider Teil des Lebens in jeder Stadt sind, ist man im öffentlichen Verkehr weitaus häufiger ausgesetzt als im Auto.

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Werfen wir nun einen Blick auf die Risiken des Autofahrens selbst. Jedes Jahr gibt es weltweit ungefähr 1,24 Millionen Verkehrstote. Vor allem Fußgänger fallen dabei meist der Unachtsamkeit und Ablenkung von Fahrern zum Opfer.

 

Mit der Entwicklung fortschrittlicher Cyber-Lösungen, Ortungsgeräten und Routen, die eine direkte Heimreise gewährleisten, sollten menschliche Fehler schließlich durch Künstliche Intelligenz oder Sensoren, die nicht abgelenkt werden können, vermieden werden. Dies wird hoffentlich zu einer Erhöhung der Straßensicherheit führen, da weniger Menschen auf den Straßen unterwegs sind und so potenziell seltener zu Schaden kommen.

 

Angst vor fremden Beifahrern

Autonome Fahrzeuge können auch Fahrten von und zu weiter entfernten Orten ermöglichen. Wenn du zum Beispiel unterwegs warst und aufgrund des ein oder anderen alkoholischen Getränks nicht mehr fahrtüchtig bist oder auch einfach bis spät abends arbeiten musstest, kann dich ein autonomes Fahrzeug sicher nach Hause bringen. Dadurch kannst du vermeiden, den öffentlichen Nahverkehr nachts nutzen zu müssen, du musst dich aber auch nicht mehr selbst hinters Steuer setzen.

 

Zwar ist es schwierig, zukünftige Sicherheitsstatistiken vorherzusagen, aber die Wahrscheinlichkeit, dass Menschen sich sicherer fühlen werden, ist sehr hoch. Denn nicht zuletzt angesichts schlimmer Beispiele, wie das des Taxifahrers John Worboys, der in London dutzende Frauen angriff und überfiel, löst ein Fremder auf dem Fahrersitz bei vielen Menschen nach wie vor Unbehagen aus.

Autonome Fahrzeuge können diese Angst beseitigen und Insassen privat und individuell von Tür zu Tür bringen.

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Nie mehr mit dem letzten Bus nach Hause

Insbesondere, wenn man allein mit dem öffentlichen Nahverkehr fährt, ist die Chance höher, ein Opfer aggressiven Verhaltens oder von Gewalt zu werden. Autonomes Fahren könnte hier Abhilfe schaffen, denn potenzielle Gefahrensituationen, zum Beispiel nachts den letzten Bus nach Hause nehmen zu müssen, können vermieden werden.

Allgemein könnten hektische, unangenehme und unsichere Fahrten mit öffentlichen Verkehrsmitteln dann der Vergangenheit angehören.

 

Anstatt dass du dich mit der unerwünschten Aufmerksamkeit von Betrunkenen oder Gelegenheitskriminellen auseinandersetzen musst, bringen dich selbstfahrende Autos konfrontationslos nach Hause.

Ein höheres Sicherheitsniveau könnte zum einen durch Überwachungssysteme im Auto und zum anderen durch einen konstanten Datenaustausch der vernetzten, autonomen Fahrzeuge untereinander erreicht werden, wobei der Schwerpunkt stärker auf gefährlichen Städten wie Rio de Janeiro und Mexiko-Stadt und ihren problematischen Stadtteilen liegt.

 

Alles ist im Takt

Doch was bedeutet das für die Polizei? Nach Angaben des McKinsley Global Instituts werden autonome Fahrzeuge zu einer wesentlich geringeren Anzahl von Polizeieinsätzen führen, wodurch sich

 

In den USA sind bis zu 42 Prozent aller polizeilichen Interaktionen mit Bürgern verkehrsbezogen. Sobald aber autonome Fahrzeuge die Mehrheit im Straßenverkehr ausmachen, ist stark davon auszugehen, dass die Polizei weniger Geschwindigkeitskontrollen, Alkoholkontrollen oder andere Verkehrsdelikte bewältigen muss. Dadurch hätten Polizisten mehr Zeit, sich auf andere Dinge zu konzentrieren und zum Beispiel für mehr Sicherheit in den Vierteln zu sorgen.

 

Trunkenheit am Steuer war schon immer ein Problem und wird es womöglich auch immer bleiben. Autonome Autos könnten jedoch das Risiko, dass Betrunkene sich hinters Steuer setzen, minimieren.

 

Autonome Fahrzeuge denken voraus

Die Apps von Uber und Waze berechnen Routen in Echtzeit. Um Staus zu vermeiden, leiten sie die Insassen vermehrt über Seitenstraßen um, die besonders nachts unübersichtlich sein können. Das könnte insbesondere in problematischen Stadtteilen gefährlich sein. Moderne, hochentwickelte Sensoren, die in vernetzten autonomen Fahrzeugen verbaut sind, können auf solche Situationen schnell reagieren und Personen zügig aus dem Gefahrenbereich navigieren – oder sie gar nicht erst hineinlotsen.

 

Darüber hinaus wird momentan sogar darüber diskutiert, dass autonome Fahrzeuge einen kostenlosen Personentransport ermöglichen könnten. Das wiederum würde dazu beitragen, ein neues Maß an Sicherheit und Komfort zu gewährleisten, der nicht nur wenigen, sondern allen zur Verfügung steht.

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Fahrerloses "grand theft auto"

Daraus resultieren jedoch neue Sicherheitsbedenken. Denn autonome Fahrzeuge, die komplett in der Hand von Computern liegen, benötigen wesentlich höhere und strengere Sicherheitsmaßnahmen, nicht nur gegen physische Angriffe. Hacker stellen ebenfalls eine Gefahr dar, denn autonome Autos funktionieren nur, wenn sie komplett vernetzt sind, untereinander kommunizieren und Teil des Internets der Dinge (IoT) sind.

 

Deshalb ist es wichtig, Lösungen zu finden. Sind autonome Fahrzeuge beispielsweise mit sogenannten GPS-Trackern ausgestattet, wäre Autodieben das Handwerk gelegt. Denn selbst, wenn sie sich physisch Zugang zum Auto verschaffen, könnte man den Standort des Autos jederzeit nachverfolgen. Ein Beispiel: Sobald dein autonomes Auto geklaut wird, erhältst du eine Benachrichtigung, dass sich dein Auto bewegt. Du kannst die GPS-Daten deines Autos direkt an die Polizei weiterleiten, die den Dieb sofort lokalisiert.

 

Unser Fazit

Da sich die Branche ständig weiterentwickelt, ist das, was für eine Person, Dienstleistung oder Zielgruppe wichtig ist, für eine andere weniger wichtig. Bedürfnisse und Wünsche werden sich ständig verändern. Gleiches gilt für die Einsatzgebiete autonomer Fahrzeuge. Daher ist es schwierig, bereits jetzt einzuschätzen, wohin die (autonome) Reise geht. Sobald die Technik des automatisierten Fahrens jedoch ein Teil unseres alltäglichen Lebens ist, lässt sich ein erstes, sinnvolles Fazit ziehen.

 

Bis dieser Tag kommt, ist nur eins zu sagen: Bleibt sicher da draußen!

 

Nimm an der Diskussion teil! Wird sich die autonomes Fahren positiv auf die Straßenkriminalität auswirken und sie reduzieren? Oder bewirkt sie sogar genau das Gegenteil?

 

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