(Photo: drpgroup.com)

Ready Player Brumm – Autonomes Fahren und Science Fiction

Privatleben und Mobilität

Raven Brookes

Raven Brookes

6.02.2019

       

Raven Brookes, Autorin für 2025AD und gelegentliche Komparsin bei Blockbuster Filmen,  schreibt über die Vorbilder des „Fahrens ohne Fahrer“ in Science Fiction Filmen.


Mancher würden sagen, dass Science-Fiction genau das ist: Fiktion. Purer Eskapismus. Ein Ort, an dem die wildesten Träume – oder zumindest die wildesten Träume der Autoren, Künstler und Regisseure – sicher erkundet werden können. Auch in der realen Welt ist Science-Fiction eine Inspirationsquelle. Besonders, wenn es um Fahrzeuge geht.

 

In diesem wilden, grenzenlosen Raum der Science-Fiction wurde zuerst mit dem Konzept von fahrerlosen Fahrzeugen gespielt, ohne Einschränkungen in Bezug auf Technologie und unterstützende Infrastruktur. Aber es dauerte nicht lange, bis die reale Welt aufholte, wie ich schnell herausfand, als ich – im wahrsten Sinne des Wortes – in die Vision eintauchte, die ein Regisseur von unserer technologischen Zukunft hatte.

 

 

TAKE IT AWAY, SPIELBERG: EINSATZ READY PLAYER ONE

Stellen Sie sich vor: Es ist der Sommer 2016, vor fast drei Jahren. Die Straßen von Birmingham, Großbritannien, sind gesäumt von brennenden Mülltonnen und ausgebrannten Autos. Die Menschen wandern mit VR-Masken (Virtual Reality) auf den Köpfen herum. Sie verbringen die meiste Zeit in einer globalen virtuellen Welt, um den harten Realitäten der Dystopie zu entkommen, in der sie leben. Ich bin einer dieser Menschen.

 

Der Haken daran ist nur: Sie tun es nur für die Kameras und auch ich bin Statist für Steven Spielberg's zukünftigen Sci-Fi Hit: Ready Player One

 

Basierend auf dem Bestseller von Ernest Cline beschäftigt sich der Film unter anderem mit Technologie und Innovation. Autos und Transport im Allgemeinen sind integraler Bestandteil der Handlung. Tatsächlich wurden in den Szenen, in denen ich auftrat, in irgendeiner Weise Autos gezeigt. Epische Verfolgungsjagden bildeten das Finale des Films und wurden Dutzende Male wieder neu am Filmset aufgebaut. Langwierig, aber notwendig für einen Perfektionisten wie Spielberg. Und jeder, der den Film gesehen hat, wird sagen: das war die Mühe wert.

 

 

SELBSTFAHRER-SCIENCE-FICTION: WO ALLES BEGANN

Selbstfahrende Autos im Film sind nichts Neues. Sie sind stark vertreten in Sci-Fi-Klassikern wie I, Robot (2004), Minority Report (2002), Total Recall (1990), Das Fünfte Element (1997) und sogar bis hin zu Knight Rider (1982) mit K.I.T.T. - einem künstlich intelligenten Pontiac Trans-AM von 1982. Man könnte sogar argumentieren, dass Herbie der „tolle Käfer" aus den 60er-Jahren ein selbstfahrender Wagen war.

 

Obwohl Ready Player One in einer mehrere Jahrzehnte später angesiedelten Zukunft spielt, enthält der Film eine starke Mischung aus technologischen und kulturellen Einflüssen der letzten Jahrzehnte, mit Verweisen auf beliebte Sci-Fi-Filme. Dazu gehört beispielsweise ein virtueller DeLorean DMC-12 mit K.I.T.T.-Technologie, die ihm wesentliche fahrerlose Funktionen bietet.

 

Als diese Filme auf die große Leinwand kamen, wurden Autos, die mit Künstlicher Intelligenz fahren, nicht nur als unwahrscheinlich, sondern auch als unmöglich angesehen. Und doch war selbstfahrende Technologie bis zur Veröffentlichung von Ready Player One im März 2018 nicht nur real und greifbar – sie wurde aktiv getestet und als die Zukunft des Verkehrs angesehen. So wie Virtual Reality heute zum Alltag gehört, tun dies auch selbstfahrende Fahrzeuge.

 

Bald gibt es vielleicht keine wirkliche Notwendigkeit für spannende Verfolgungsjagden oder den komplizierten Neuaufbau des Filmsets. Alles wird autonom sein, sowohl in der realen Welt als auch außerhalb.

csm_Ready-Player-Brum-from-Sci-Fi-to-Sci-Fact_2_46b048a5f5
(Foto: shutterstock.com)

SELTSAMER ALS FIKTION: FIKTIVE TECHNIK IN DER REALEN WELT

Fahrerlose Autos sind nur die neuesten in einer langen Liste von Beispielen dafür, wie Sci-Fi zu Sci-Fact wird. Technologie und Infrastruktur schreiten jenseits aller Vorstellungskraft voran. Aber wenn wir ehrlich sind, ist das schon einmal passiert – mehrmals sogar.

 

Der wohl früheste Einsatz der grundlegenden Videotelefonie-Technologie findet sich in Fritz Langs Metropolis (1927). Im Jahr 2011 brachte Nike den MAG-Trainer in limitierter Auflage mit selbstregulierenden Schnürsenkeln auf den Markt, basierend auf Marty McFlys High Tops aus Zurück in die Zukunft (1989).

 

Schnell vorwärts in dieses Jahrhundert zu Minority Report (2002), der eine Form von Head-up-Displays enthielt. Eine ähnliche Art von Touchscreen-Technologie wird derzeit von der taiwanesischen Firma ITRI prototypisch realisiert. Der gleiche Film verwendet auch "Gestentechnik" oder "intelligente Handschuhe", ähnlich wie es die VR-Technologie von heute tut. Minority Report zeigte auch den selbstfahrenden Lexus 2054, der von Lexus auf Wunsch von Regisseur Steven Spielberg entworfen wurde.

 

Es gibt unzählige weitere Beispiele dafür, dass Sci-Fi zu Sci-Fact wird. Mein persönlicher Favorit ist die Entwicklung des Tactical Assault Light Operator Suit (TALOS) durch das US-Militär. Er basiert auf Tony Starks titelgebendem Iron Man (2008) Anzug. TALOS verfügt über ein batteriebetriebenes Exoskelett, das Körpertreffer abschwächt und ein Kommunikationssystem, das im Helm angebracht ist.

csm_Ready-Player-Brum-from-Sci-Fi-to-Sci-Fact_3_d1077791b7 (1)
Foto: Shutterstock

WAS KOMMT ALS NÄCHSTES?

Natürlich ist der Kreislauf, in dem Fiktion Tatsachen beeinflusst – und umgekehrt – damit nicht zu Ende. Schon gar nicht, wenn es um Fahrzeuge geht. Der kommende Kinderfilm Spione Undercover zeigt ein animiertes fahrerloses Konzeptauto von Audi. Der vollelektrische und vollautonome Audi RSQ e-tron wird von dem von Will Smith gesprochenen Spion Lance Sterling "gefahren".

 

Dies ist das zweite Mal, dass Audi ein Konzeptfahrzeug für die exklusive Nutzung in einem von Smiths Filmen entwirft: I, Robot zeigt den „originalen“ RSQ. Während beide Versionen der RSQ-Modelle nie physisch Realität wurden, soll es die Technologie nach Anspruch von Audi schon. Denn die Ingolstädter haben angekündigt, 14 Milliarden Euro dafür auszugeben, dass bis 2023 (und vielleicht sogar früher) vollständig fahrerlose Audis Realität werden.

 

Audi fährt das fahrerlose Rennen aber nicht alleine. Tesla, BMW, Volvo und Jaguar Land Rover investieren jeweils erhebliche Summen, um autonomes Fahren auf die Straßen unserer Städte zu bringen. Die Fiktion wird immer mehr zur Realität, und es wird bald eine Zeit geben, in der ein vollständig "manuelles" Auto nur in Filmen der Vergangenheit zu sehen sein wird.

 

 

DISKUTIERE MIT DER COMMUNITY

Ich möchte wissen, welche Sci-Fi-Technologie Du unbedingt im wirklichen Leben einsetzen möchtest! Von Teleportationsgeräten über den Babelfisch bis hin zu Holodecks – was willst du zuerst sehen?

Mitmachen

<div id="hs_cos_wrapper_Engage_" class="hs_cos_wrapper hs_cos_wrapper_widget hs_cos_wrapper_type_inline_text" style="" data-hs-cos-general-type="widget" data-hs-cos-type="inline_text" data-hs-cos-field="submit_your_story.icon_text">Letter</div>
Dein Beitrag zu 2025AD

Werde ein Teil unserer Community und reiche deine Stories, Bilder und Videos ein.

Deinen Beitrag einreichen
Megaphone
Sei immer informiert

Bleib immer auf dem Laufenden mit unserem wöchentlichen Briefing. Die aktuellsten Artikel zu autonomem Fahren direkt in dein Postfach.

Abonniere unser wöchentliches Briefing
Connect
Vernetz dich mit uns

Folge uns in den Sozialen Netzwerken für topaktuelle Informationen und Austausch zu autonomem Fahren