(Foto: shuttershock.com

„Quality time“ für Eltern und Kinder – Autonomes Fahren nach Montessori.

Privatleben und Mobilität

Lucas North

Lucas North

20.03.2019

       

Wie Familien durch selbstfahrende Autos mehr Zeit für gemeinsames Leben und Lernen gewinnen könnten

 

Autonomes Fahren bietet eine Menge Potenzial für ein besseres Leben. Aber es könnte sein, dass berufstätige Eltern noch mehr davon profitieren als andere. Denn die Zeit, die sie gewinnen, könnten sie für interessante gemeinsame Aktivitäten in der Familie nutzen.

 

Montessori-Pädagogen sind Experten für die positiven und produktive Beschäftigung mit Kinden. Deshalb hier ein Blick auf die Zukunft des Autonomen Fahrens aus der Perspektive von Montessori.


 

WAS IST "MONTESSORI"?

 

Montessori ist eine alternative Erziehungsmethode. Die Schulen haben einen ganzheitlichen Lernansatz, der vollständig auf das Kind ausgerichtet ist und auf dem Glauben basiert, dass jedes Kind ein Individuum mit einzigartigen "Gaben" ist. Daher bestimmen die Schüler und nicht die Lehrer, was sie und wie sie lernen wollen. Der Lehrer oder Erzieher erleichtert die gewählte Lernrichtung durch strukturierte Aktivitäten und Spiele.

 

Tatsächlich dreht sich bei Montessori alles um spielerisches Lernen.

 

Montessori ist eine Philosophie, die besagt, dass Lernen nicht nur im Klassenzimmer stattfindet und auch nicht bei "Erziehung" aufhört. Sie arbeitet an der Entwicklung des "ganzen Kindes": körperlich, sozial, emotional und kognitiv; sie blickt auf die ganze Welt als Erweiterung des Klassenzimmers mit unzähligen Lernmöglichkeiten.

 

Zweifellos kann selbstfahrende Autotechnik die Montessori-Pädagogik gut unterstützen. Denn Eltern und Kinder haben auf dem Schulweg mehr Zeit füreinander. Letztlich bietet sich fahrerloses Fahren für Weiterbildungsmöglichkeiten auch außerhalb des Klassenzimmers an und fördert die elterliche Bindung in einer Zeit, in der die gemeinsame Eltern-Kind-Zeit immer mehr verschwindet.

 

 

FRAGEN SIE DIE ELTERN

 

Kürzlich haben wir mit einigen berufstätigen Eltern über ihre Tricks gesprochen, wie ihre Kinder im Auto ruhig bleiben - von Bestechung bis hin zu festen Pausenzeiten. In diesem Zusammenhang haben wir auch über den Unterschied, den ein selbstfahrendes Auto ausmachen würde gesprochen.

Die Reaktionen waren ermutigend. Einige sprachen davon, die Zeit produktiv zu nutzen und z.B. Hausaufgaben zu erledigen. Andere waren einfach froh, etwas "Qualitätszeit" zurückzubekommen. Denn wenn Eltern berufstätig sind, ist Eltern-Kind-Zeit selten.

 

Aber was ist mit der Montessori-Perspektive? Können selbstfahrende Autos das Leben von Schülern verbessern? Darüber haben wir mit Raju Surelia, Leiterin einer Montessori-Einrichtung, gesprochen.

 

 

FRAGEN SIE DIE LEHRER

Raju ist seit 24 Jahren Schulleiterin der Little Learners School in Solihull, England. Sie glaubt, dass der Morgen für ihre Schüler, die zwischen zwei und vier Jahren alt sind, besonders wichtig ist. Einige haben einen Schulweg von bis zu einer Stunde. Und obwohl die meisten Kinder ausgeruht und bereit für den Lerntag ankommen, sind andere schon vom Schulweg gestresst. Und wenn die Kinder gestresst sind, kann man sich nur zu gut vorstellen, wie sich die Eltern fühlen.

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(Foto: drpgroup.com)

"Ich denke, das Stressniveau wäre viel geringer, wenn Eltern morgens mehr Zeit mit ihren Kindern hätten. Die Fahrt in einem selbstfahrenden Auto würde das möglich machen. Ich sehe, wie Eltern sich für mehr Zeit mit ihren Kindern ins Zeug legen.“

 

Raju teilt die Ansichten der Eltern, die für den Film "Confessions of a working parent" interviewt wurden. Sie erkennt an, dass selbstfahrende Autos ungeahnte Vorteile für berufstätige Eltern haben wird, insbesondere wenn ihre Kinder jung sind.

 

"Es gibt hier eine Kollegin, die zwei kleine Kinder hat. Ich habe mit ihr gesprochen und sie sagte, es wäre ‚pure Glückseligkeit‘, mit ihren Kindern reden zu können und einfach ‚da zu sein‘."

 

Die Freizeit, die Eltern dank selbstfahrender Autos zur Verfügung steht, sollte jedoch nicht nur dazu genutzt werden, um schon auf dem Schulweg zu lernen. Besonders nicht, wenn die Kinder noch klein sind. Aber diese Ansicht ändert sich, wenn die Schule mehr Verantwortung abverlangt.

 

"Eltern sind heutzutage so gestresst. Es wäre fabelhaft, wenn sie einfach nur Zeit mit ihrem Kind verbringen könnten. Wenn die Kinder älter werden könnte es aber auch nützen, bei den Hausaufgaben zu helfen. Unsere Eltern sind oft wirklich am Fortschritt ihrer Kinder interessiert, also denke ich, dass sie die Zeit, in der sie nicht fahren müssen, produktiv nutzen würden.“

 

Von gemeinsamer Eltern-Kind-Zeit, in welcher Form auch immer, ist erwiesen, dass sie unzählige Vorteile für das kindliche Wohlbefinden hat. Das führt zu besserem Verhalten, besserer geistiger und emotionaler und noch besserer körperlicher Gesundheit.

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(Foto: shuttershock.com)

An Rajus Schule zum Beispiel haben Eltern zweimal täglich eine Stunde Eltern-Kind-Zeit. Zeit, die für berufstätige Eltern sonst nur schwer zu finden wäre.

 

Und je nachdem, was Eltern in dieser Zeit tun, kann es auch andere Vorteile geben. Eine Verbesserung der Kommunikation zum Beispiel. Oder verstärktes Sozialverhalten, wenn Eltern durchsetzen, dass die Zeit im Auto auch bildschirmfreie Zeit ist.

 

Auch wenn diese Zeit einfach dazu genutzt wird, um nur miteinander zu reden, anstatt irgendetwas anderes zu tun, wären die Vorteile für die elterliche Bindung allein eine Investition in selbstfahrende Technologie wert.

 

 

WIE WÜRDEN SIE IHRE ZEIT MIT IHREN KINDERN AUF DEM SCHULWEG VERBRINGEN WENN SIE IN EINEM SELBSTFAHRENDEN FAHRZEUG WÄREN?

 

Nehmen Sie an der Diskussion teil und teilen Sie uns ihre Meinung als Eltern mit.

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