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Leser-Voting: Das sind die sechs Top-Themen

Technologie und Unternehmen

Phil Brown

Phil Brown

19.05.2020

       

Eines ist unbestritten: Neue Technologien für autonomes Fahren lösen praktisch immer kontroverse Diskussionen aus. Unsere Leser haben auf unseren Social-Media-Plattformen unsere letzten Artikel zu diesen Themen zahlreich kommentiert. Wir haben uns eingehend mit den Beiträgen befasst, denn sie zeigen uns, was Menschen wirklich davon halten, Computern das Steuer zu überlassen. 

Der technische Fortschritt und die Tatsache, dass autonomes Fahren als Zukunftsperspektive immer weiter in den Fokus rückt, machen deutlich, dass sich der Einsatz künstlicher Intelligenz nicht allein auf selbstfahrende Autos beschränkt, die wir uns im Straßenverkehr durchaus vorstellen können. Infrastruktur, Schifffahrt und selbst die Gestaltung unseres Alltags werden sich infolge dieser Entwicklungen in den nächsten Jahren verändern. Wie stehen die Menschen also zu diesem Wandel, und wo fehlen noch Antworten? Hier die sechs häufigsten Fragen:  

 

 

Ist autonomes Fahren schon Realität?

Beim Thema „autonome Technik“ denken wir als Erstes an Autos. Einige Leser weisen aber darauf hin, dass auch andere Bereiche schon heute zu einem gewissen Grad automatisiert sind. „Die Wahrscheinlichkeit autonomer Schiffe ist deutlich größer als die Wahrscheinlichkeit, dass selbstfahrende Autos Realität werden. Tatsächlich können Schiffe mithilfe von Autopilot-Funktionen auf langen Fahrten recht gut auf Kurs gehalten werden. Somit gibt es so etwas wie die autonome Schifffahrt eigentlich schon.“ 

Allerdings bringt diese auch neue Herausforderungen mit sich im Hinblick auf Aufsicht, Regulierung und sogar Wartungsarbeiten. Die heutige Vorgabe ist, dass zu jeder Zeit jemand auf der Brücke anwesend ist und mit Augen und Ohren aufpasst. Wird das so bleiben? Muss dazu auch künftig eine Person an Bord anwesend sein? Nein, meint ein Leser in seinem Facebook-Kommentar. „Diese Aufgabe könnte von einem Wachposten übernommen werden, der nicht an Bord ist und möglicherweise mehrere Brücken gleichzeitig beaufsichtigt“, erklärt er.  

Aufgabenstellungen könnten also durchaus dem technischen Fortschritt angepasst werden, und auch wenn noch keine vollständige Autonomie herrscht, so ist die Technik in weiten Teilen doch schon heute im Einsatz.  

 

 

Gefährdet die Technik für autonomes Fahren Arbeitsplätze?

Das ist eine sehr häufige Frage. Welche Konsequenzen hat die Technik für autonomes Fahren für Menschen, die als Fahrer, auf Schiffen oder in anderen Jobs arbeiten, die von Software übernommen werden könnten? Zweifelsohne werden sich durch diesen technischen Fortschritt Berufsbilder verändern, doch werden dafür die jeweiligen Marktverhältnisse und die aktuelle Technologie maßgebend sein. 

 

Ein Leser von 2025AD verweist auf die Chancen, die diese Technik bringen würde. Er sagt: „Es könnten sich neue Tätigkeitsfelder eröffnen, auch wenn man heute noch nicht weiß, in welchen Bereichen. Die Erfindung des Automobils und jeder andere weitreichende Wandel hätten genau die gleichen Argumente hervorgerufen. Wir haben uns damals angepasst, und wir werden es auch wieder tun.“ Wie diese neuen Aufgaben aussehen könnten, das ist vielleicht die interessantere Überlegung. 

AI takes jobs 2025AD
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Können autonome Fahrzeuge gehackt werden?

Wie bei jeder neuen Technologie, so gibt es auch hier zahlreiche Sicherheitsbedenken. Dieser Aspekt kommt beim Thema autonomes Fahren immer wieder zur Sprache. Ein Leser argumentiert, dass elektronische Systeme verhältnismäßig häufig gehackt werden. Nach seiner Ansicht „besteht bei autonomen Fahrzeugen immer die Gefahr von Hacker-Angriffen, wenn sie nicht durch das so genannte ‚Air-Gap‘-Konzept physisch und logisch vom Internet isoliert werden.“ 

In einer in Zusammenarbeit mit Georgia Tech and Multiscale Systems Inc. durchgeführten Studie ging es im vergangenen Jahr um ähnliche Überlegungen. Dabei regte man an, vernetzte Fahrzeuge mit mehreren Netzwerken arbeiten zu lassen, um das Risiko einer Manipulation von außen zu reduzieren. Wobei mit der autonomen Technik gleichzeitig auch die zugehörigen Cybersicherheitsmaßnahmen weiterentwickelt und erprobt werden. So sah sich beispielsweise Tesla, einer der Pioniere bei Over-the-Air-Updates (OTA), 2016 zu einer umfassenden Überarbeitung seiner Sicherheitsmaßnahmen gegen Hacker gezwungen. Wenn wir Akzeptanz für das autonome Fahren schaffen wollen, dann gilt es vor allem zu verhindern, dass Hacker „das Steuer übernehmen“.  

Hacking AI 2025AD
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Wie werden autonome Fahrzeuge aussehen?

Die vielleicht faszinierendsten Beiträge befassen sich damit, wie Fahrzeuge im Straßenverkehr aussehen könnten, wenn autonomes Fahren zur Norm geworden ist. Wir werden immer Autos brauchen, um von A nach B zu kommen. Wobei nichts dagegen spricht, dass selbstfahrende Autos anders aussehen könnten als unsere heutigen Modelle, da sie nicht den gleichen Anforderungen und Beschränkungen wie von Menschen geführte Fahrzeuge unterliegen. 

 

Ein Leser stellt sich in seinem Facebook-Kommentar vor, dass man in autonomen Fahrzeugen während der Fahrt nicht unbedingt sitzen bleiben muss. Er meint: „Es liegt an uns, was wir im Fahrzeug tun. Ich denke an einen Van, in dem wir stehen können.“ Ein anderer Beitrag beschreibt ein entspannteres Szenario: „Die Innenraumgestaltung könnte sich an den Bedürfnissen der Menschen orientieren und damit optimale Entspannung und maximalen Komfort bieten –so wie im eigenen Wohnzimmer.“ 

 

Da Pedale und Lenkrad entfallen und der Fahrer seinen Blick nicht mehr auf die Straße richten muss, bieten sich unendlich viele Möglichkeiten. Selbst sehr individuelle Ideen sind vorstellbar. Eine weitaus größere Frage ist jedoch, wie Hersteller für ihre Produkte Alleinstellungsmerkmale finden können, wenn sich alle Autos mit einem Mal sehr ähnlich sind und Innenraumkomfort und Lifestyle-Attribute wichtiger werden als Leistungsdaten.  

 

With the need for pedals, steering wheels, and a driver’s focus on the road gone, the possibilities for design are unlimited and could even be adapted depending on what you actually want to do in your car. But the much bigger question is how car manufacturers will differentiate their products if suddenly cars become very similar, with the focus shifting to comfortable interiors and lifestyle features over performance capabilities. 

 

Lesen Sie mehr darüber, wie Betriebssysteme in autonomen Fahrzeugen zum ultimativen Alleinstellungsmerkmal werden könnten. 

 

 

Sollte der Mensch die Gesamtkontrolle behalten?

Obwohl menschliches Versagen heute die Hauptursache für Verkehrsunfälle ist, geht mit 80 Prozent die überwältigende Mehrheit der Kommentare auf allen unseren Kommunikationskanälen dahin, dass der Mensch auch in autonomen Fahrzeugen die Gesamtkontrolle behalten sollte. Viele haben nach wie vor mehr Vertrauen in den Menschen als in eine Maschine. Sie sehen hier nur eine Person, die einen Fehler machen kann, während ein ganzes System deutlich mehr Menschen in Mitleidenschaft ziehen könnte.  

 

Ein Beitrag auf Twitter jedoch spricht sich dafür aus, die Kontrolle vollständig abzutreten: „Beim Menschen sind die Möglichkeiten für Fehler deutlich zahlreicher als bei Maschinen. Schon ein kleines Schlafdefizit könnte unser Risiko exponentiell erhöhen. Wenn bei autonomen Fahrzeugen die Chance geringer ist, dass sie Personenschäden verursachen, sollte der Mensch komplett aus der Gleichung herausgenommen werden.“  

 

Auch ein anderer Twitterer vertraut autonomen Fahrzeugen voll und ganz: „Elektronische Systeme werden inzwischen derart zuverlässig, dass es unlogisch wäre, nicht sämtliche Funktionen und Abläufe im Straßenverkehr Computern zu überlassen. Natürlich kann der Mensch die Kontrolle behalten. Aber solange das so ist, wird es Verkehrsunfälle geben, die auf menschliches Versagen zurückgehen.“  

 

Viele Kommentatoren stimmen darin überein, dass sich das Risiko im Straßenverkehr drastisch verringern würde, wenn man Computern das Steuer überließe. Was überrascht angesichts dessen, dass es nach wie vor zahlreiche Vorbehalte dagegen gibt, unser Leben Maschinen anzuvertrauen. Es scheint, als ließen wir Menschen uns unabhängig davon, wie sicher die Technik ist, noch immer von unserem „Bauchgefühl“ leiten. Wir haben das Gefühl, dass wir sicherer sind, wenn wir die Kontrolle haben – auch wenn dies in Wahrheit nicht der Fall ist.  

humans control vehicles 2025AD
Foto: Unsplash.com

Sind selbstfahrende Autos sicher?

Wenn es um die Zukunft des autonomen Fahrens geht, steht die Frage der Sicherheit noch immer im Vordergrund und sorgt für die meisten Vorbehalte. Wir sind an die Risiken durch Maschinen gewöhnt und wissen, dass Fahrzeuge gefährlich sein können. Somit ist es nachvollziehbar, dass weiter darüber diskutiert wird, wie sicher autonome Technik gegenüber Bedrohungen wie Hacker-Angriffen sein kann.  

 

Aber unser Vertrauen wächst, dass Technik unsere Sicherheit gewährleisten kann. Mehr als die Hälfte (59 Prozent) der Leser auf unseren Social-Media-Kanälen geben an, dass sie sich auf einer computergesteuerten Fähre selbst bei starkem Seegang sicher fühlen würden. Ein Teilnehmer unserer Facebook-Diskussion vertraut auf die Zuverlässigkeit autonomer Fahrzeuge und sieht die Entwicklung fahrerloser Autos auch als Chance, das Erlebnis im Straßenverkehr für alle aufzuwerten: „Das ist unsere Gelegenheit, die Straßen von Arroganz, Trunkenheit und Aggressivität zu befreien.“  

 

Ein anderer stimmt zu, dass menschliches Versagen die Grundursache der meisten Unfälle ist. „Wenn der gesamte Verkehr autonom abläuft und die Fahrzeuge miteinander kommunizieren, können sie Fehler erkennen und entsprechend reagieren. Ein Fahrzeug kann im Notfall einfach bis zum Stillstand abbremsen. Im Gegensatz zu heute wären alle anderen Fahrzeuge in der Lage, eine Kollision mit dem stehenden Fahrzeug zu vermeiden.“ 

Nach Ansicht einer Leserin wären selbstfahrende Autos ohne Eingriffsmöglichkeit des Fahrers erheblich sicherer als die bereits im Straßenverkehr befindlichen autonomen Modelle. „Menschen ermüden. Und sie sehen bei Nacht oder Nebel nicht gut“, erklärt sie. „Letzten Endes wird es vielleicht einmal keine Verkehrstoten mehr geben. Nichts ist hundertprozentig sicher, aber Menschen sind es definitiv nicht.“ 

 

Die Debatte hält an. Die Technik des autonomen Fahrens erschien uns einmal wie ferne Zukunftsmusik. Inzwischen aber rückt die Zeit näher und näher, in der sie zu unserem Alltag gehören wird. Und damit stellen sich immer neue Fragen. Wie denkst du über die Aspekte, mit denen sich unsere Leser an dieser Stelle auseinandergesetzt haben? Was würdest du gerne über autonome Fahrzeuge wissen? 

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