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Gemeinsam erfolgreich: Wie Konkurrenten zusammen am autonomen Fahren arbeiten

Technologie und Unternehmen

Raven Brookes

Raven Brookes

17.04.2019

       

Automobil- und Technologiefirmen entwickeln Hand in Hand die Zukunft des autonomen Autos.

 

Das Rennen um die fahrerlose Zukunft kann nicht dadurch gewonnen werden, dass einzelne Marken in einem Wettstreit gegeneinander antreten. Es muss eher mit einem Mannschaftssport verglichen werden: Die konkurrierenden Marken laufen gemeinsam und gewinnen gemeinsam.

 

Um es vorsichtig auszudrücken: Eine fahrerlose Zukunft zu etablieren ist eine riesige Aufgabe, und zwar nicht nur in Bezug auf die erforderliche Technologie. Man könnte mit Fug und Recht sogar sagen, dass das der einfache Teil sei.


 

Denn eine fahrerlose Lösung zu finden, zu testen, zur perfektionieren und zu etablieren ist immer nur ein Teil der Reise. Nach wie vor müssen immer noch viele Risiken gemindert, Normen festgelegt, eine enorme Menge an Vorschriften geschaffen und Gesetze geschrieben werden.

 

Autonomes Fahren könnte möglicherweise die größte Revolution im Transportwesen darstellen, seit das Auto selbst zum Konsumprodukt wurde. Das aber erfordert eine umfassende Reform der Straßennutzung – ähnlich wie bei der Ersetzung von Pferden und Kutschen durch Autos. Die Aufgabe ist so groß, dass sie von einer Marke alleine nicht gestemmt werden kann. Die Marken wissen das. Daher ergreifen sie notwendige Maßnahmen gemeinsam.

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(Foto: bmw.com)

Letzten Monat gaben Daimler (Mercedes Benz) und BMW ihren Entschluss bekannt, die vielen fahrerlosen Hürden gemeinsam zu überwinden und zusammen auf diesem Gebiet Maßstäbe zu setzen. Ihr Ziel sei es, Kosten und Ressourcen zu sparen, um langfristig Industriestandards setzen zu können, die die zukünftige Regelung für alle fahrerlosen Autos prägen würden.

 

Im Gespräch mit dem „Insurance Journal“ sagte BMW-Vorstandsmitglied Klaus Fröhlich:

 

"Es ist eine Henne-Ei-Situation. Jemand muss die Technologie standardisieren, und die Regulierung wird folgen."

 

Und sie wollen sich beeilen, diese Technologie als Erste zu etablieren: BMW und Daimler werden in den nächsten vier Monaten Expertenkomitees bilden, die bei der Lieferantenauswahl zusammenarbeiten. Sie werden dann diese Ressourcen und ihr Fachwissen gemeinsam nutzen, um die nächste Generation fortschrittlicher fahrerloser Systeme zu entwickeln.

 

Im Gespräch mit dem Insurance Journal sagte Ola Kaellenius, Vorstandsmitglied von Daimler:

 

"Wir sollten dieses komplizierte Rad nicht zweimal erfinden. Auf dem Weg zur Festlegung dieser Standards ist es sinnvoll, einige der Investitionen zu teilen."

 

Aber bei BMW und Daimler hört diese Partnerschaft nicht auf. Beide könnten sich dafür begeistern, Fiat Chrysler, die bereits Partner von BMW sind, ebenfalls mit einzubeziehen, sobald die Standards gesetzt sind. Eine Gelegenheit, die Fiat Chrysler als "willkommen“ bezeichnet.

 

Der BMW/Daimler-Zusammenschluss tauchte wurde kurz nach der Ankündigung einer ähnlichen strategischen Partnerschaft zwischen Volkswagen und Microsoft bekannt. Diese den globalen Maßstab für das "vernetzte Auto" setzen, indem sie ein cloudbasiertes "digitales Ökosystem" nutzen wollen, das unter anderem Navigations- und Kommunikationsfunktionen beinhalten wird. Systeme also, die eines Tages in fahrerlosen Fahrzeugen eingesetzt werden könnten und besonders bei fahrerlosen Flotten nützlich sein werden. Ein Thema, das 2025AD zu einem späteren Zeitpunkt diskutieren wird.

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(Foto: bmw.com)

Dass konkurrierende Marken wie BMW und Mercedes Benz eher zusammenarbeiten als gegeneinander antreten, mag manchen etwas seltsam erscheinen. Schließlich ist die Automobilindustrie traditionell eher wettbewerbsgeprägt. Aber die Zeiten ändern sich, und solche „Mashups“ werden wahrscheinlich immer alltäglicher, wenn die fahrerlose Zukunft näher rückt.

 

Dafür gibt es sehr gute Gründe. Autonomes Fahren ist nicht nur eine große und komplexe Aufgabe, sondern auch sehr teuer. Und im Gegensatz zu anderen innovativen Investitionen, die die Marken an sich tätigen könnten, ist diese sehr stark auf die Entwicklung der Infrastruktur angewiesen, bevor sie ein "tragfähiges" – und damit profitables – Projekt sein kann.

 

Daher ist es sinnvoll, dass das Risiko – sowohl finanziell als auch regulatorisch – auf mehrere Marken verteilt ist. Gemeinsame Verantwortung zum gemeinsamen Nutzen.

 

 

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