Source: https://www.volkswagenag.com/en/news/stories/2018/03/the-sedric-school-bus.html

Die mobile Zukunft unserer Kinder

Privatleben und Mobilität

Felix Schlereth

Felix Schlereth

16.01.2019

       

Wie wird die Generation Alpha Mobilität erleben? Was bleibt von den heutigen Autos nach der elektrischen und autonomen Revolution übrig? Als Zukunftsforscher halten wir nach noch schwachen Signalen und branchenübergreifenden Fällen Ausschau, um daraus mögliche Szenarien für eine autonome Welt abzuleiten.

DIE KLUFT ZWISCHEN FREIHEIT UND EIGENTUM

 Vier Räder und ein voll aufgeladener Akku – alles andere hängt vom Dienstleister ab, der ansprechende Anwendungsmöglichkeiten finden muss. Aber wie finden sie diese Anwendungsmöglichkeiten? Man kann Kunden nicht einfach nach ihren Wünschen fragen, oder? Wann immer eine disruptive Technologie wie Automatisiertes Fahren auftaucht, kann die Marktforschung nur einen sehr begrenzten Einblick bekommen, wie sich Kunden anpassen werden. Im Hinblick auf die jüngsten Unfälle scheint es, als hätten die Kunden ohnehin den Appetit auf selbstfahrende Autos verloren.

Bei den Befragten handelte es sich meist um Angehörige der Generation von lebenslangen Autobesitzern, die nicht glücklich darüber sind, dass Maschinen das Steuer übernehmen. Aber vor uns liegt eine ganz andere Mobilitätsgeneration. Diese Generation kümmert sich nicht um PS oder Reifengrößen, sondern ist eher an Benutzerfreundlichkeit, Zweckmäßigkeit und Erfahrungen interessiert. Es steht außer Frage, dass ihre Mobilitätsgewohnheiten völlig anders sein werden. Außerdem wachsen sie bereits in einer Welt nahtloser Technologie und materiellen Überflusses auf.

 

 

MOBILITÄT WIRD ZUM GEBRAUCHSGEGENSTAND - EFFIZIENTE WARTUNG UND SERVICE ALS KRITISCHE ERFOLGSFAKTOREN

Die meisten Leute der Generation Alpha haben keinen Führerschein. Ein Fahrzeug zu besitzen ist für sie genauso nützlich wie ein Festnetztelefon. Herumreisen wird in den 2020er Jahren ziemlich einfach. Egal wie alt oder wie mobil man ist – alles, was man braucht, ist eine mobile Geldbörse. In manchen Fällen, wenn man z. B. ins Fitnessstudio oder Einkaufszentrum geht, muss man nichts bezahlen, da der Transport ein kostenloser Zusatz-Service sein wird. Alle paar Sekunden kommen Autonome Shuttles für fünf bis acht Personen vorbei und bringen einen ziemlich schnell und für sehr wenig Geld in die Stadt. Nach der Taxiindustrie geht auch das Carsharing zu Ende. Und als die Anforderungen von Robotertaxen in Puncto Design und Platz optimiert werden, gilt der öffentliche Nahverkehr als vergleichsweise teuer, ineffizient und veraltet. Die Shuttles transportieren um ein Vielfaches mehr Menschen als Privatfahrzeuge. Aber weil sie leichter sind, benötigen sie dank ihres elektrischen Antriebs nur einen Bruchteil der Energie von Verbrennungsmotoren. Außerdem müssen sie weniger gewartet werden und sind in der Regel von 6 bis 22 Uhr voll ausgelastet. Einige Shuttles fungieren mittags und nachts sogar als Paketlieferanten. Eine Zeit lang wird die Reinigung des Fahrzeuginneren ein großer Kostenfaktor für die Dienstleister sein. Dank selbstreinigender Materialien und UV-Desinfektion werden aber auch diese Dinge ziemlich schnell automatisiert.

 

Aber es gibt noch immer einen Markt für die so genannten Premium-Mobilitätsdienste in den 2030er-Jahren: Allerdings ist nichts mehr wie früher. In städtischen Gebieten, wo die meisten Fahrten etwa 15 Minuten dauern, benutzen die meisten Menschen billige Shuttles. Viel beschäftigte Manager nutzen Cafés, Restaurants oder Büros auf Rädern für ihre Termine. Außerdem gibt es selbstfahrende Kioske, Einzelhandelsgeschäfte und Friseure sowie Kosmetiksalons, die durch die Stadt reisen und ihre Dienstleistungen dort anbieten, wo die Nachfrage hoch ist. Autonomes Fahren geben dem Einzelhandel und dem Dienstleistungssektor einen großen Aufschwung, da diese Dinge leichter in den Alltag integriert oder sogar auf der Straße erledigt werden können.

 

 

DAS ENDE DES MULTIMODALEN VERKEHRS UND DIE NEUERFINDUNG VON LUXUS

Echten Luxus findet man auf Langstreckenreisen. Die Generation Alpha kann sich ohnehin nie wirklich mit dem Jet-Set-Lebensstil früherer Generationen anfreunden. Nicht nur der Wechsel zwischen Auto, Flugzeug und Hotel ist unangenehm und anstrengend, auch der ökologische Fußabdruck ist nicht mehr akzeptabel. Generation Alpha nutzt kompakte Büros und Wohnungen, um durch das Land zu reisen. Einige Fahrzeuge befinden sich noch in Privatbesitz. Unternehmensberater, Pendler und sogar einige Familien nutzen diese Fahrzeuge als eine Art zweites Wohnzimmer und teilen sie nur mit Bekannten und Freunden aus ihrer unmittelbaren Umgebung. Aber die meisten Langstreckenfahrzeuge, von denen viele wie eine Mischung aus Flixbus und Motel aussehen, gehören den Flottenbetreibern. Die immense Verbesserung der Pendelzeiten wirkt sich auch positiv auf die Immobilienpreise aus, die durch die Mobilitätsrevolution ausgeglichen werden. Rückblickend auf das Jahr 2019 und den Beginn der Automobilrevolution ist es für die Menschen schwer zu glauben, wie ineffizient und schädlich der Verkehrssektor für Mensch und Natur war.

 

 

SCHWACHE SIGNALE & BRANCHENÜBERGREIFENDE FÄLLE FÜR EINEN BLICK IN DIE ZUKUNFT DES AUTONOMEN FAHRENS.

Die beschriebenen Szenarien entstanden durch Ableitungen aus sogenannten Mikrotrends. Als schwache Signale dienen Forschungsarbeiten, Start-ups oder Innovationen, die von der zukunftsorientierten Ideenschmiede Trendone systematisch erfasst werden.

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