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CES 2020 – die Highlights rund ums autonome Fahren

Technologie und Unternehmen

Phil Brown

Phil Brown

30.01.2020

       

Hast du die Berichterstattung von der CES 2020 verpasst? Kein Problem: Hier ist unsere Zusammenfassung mit den wichtigsten Ankündigungen und Enthüllungen rund ums autonome Fahren (und Fliegen).

 

Hyundai and Uber’s flying taxi
Image: Designboom.com

Das fliegende Taxi von Hyundai und Uber

 

Fliegende Autos gehören wohl schon seit 100 Jahren zu den gängigsten Vorstellungen von Fortbewegungsmitteln in Science-Fiction-Geschichten. Jetzt scheint das, lange nur in unserer Vorstellung, existierende Konzept aber tatsächlich Fahrt aufzunehmen. Der Wunsch, dreidimensional zu reisen und nicht mehr stundenlang auf der Rückbank eines Taxis im Verkehr zu stecken, wird immer dringlicher.


Hyundai arbeitet derzeit an vielen scheinbar verrückten Dingen. Ein Flugtaxi-Konzept, das das weltweit führende „taxilose“ Taxi-Unternehmen quasi Huckepack nimmt, kommt da nicht sonderlich überraschend. Die Idee ist, ein voll elektrisches Lufttaxi zu entwickeln, das Passagiere von außerstädtisch gelegenen Gewerbegebieten, Flughäfen oder Bahnhöfen direkt in innerstädtische Geschäftsviertel, zum Regionalflughafen usw. bringt.


Eine großartige Idee, wäre da nicht schon Lilium: Das deutsche Start-up hat bereits ein voll funktionsfähiges elektrisches Lufttaxi entwickelt und getestet. Bis 2030 soll es sogar vollautomatisch funktionieren. Ehrlich gesagt hat es den Anschein, dass sich sowohl Hyundai als auch Uber das sehr ernstzunehmende Konzept von Lilium „geborgt“ haben, um damit auf der CES etwas Sendezeit zu bekommen und uns zu beeindrucken, falls wir es sehen. 

Vision S Autonomous car
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Sony erscheint auf der Bühne des autonomen Fahrens

Elektronik mit Kult-Faktor ist Sonys Brot- und Buttergeschäft. Der Ausflug in die Welt der fahrerlosen Elektrofahrzeuge war da geradezu überfällig. Auf der CES 2020 kündigte der japanische Technik-Veteran den Vision S an, ein elektrisch angetriebenes autonomes Fahrzeug, das neben 33 Sensoren, die die Straße um das Fahrzeug herum analysieren, ein – offen gesagt – wenig inspirierendes und ausgesprochen altmodisches Lenkrad besitzt. Auch Namen wie Bosch, Blackberry, Nvidia und Qualcomm haben ihren Weg in die Vision-S-Broschüre gefunden, aber ihre individuellen Beiträge wirken eher wie ein Werbetrick als ein echter Versuch, Experten-Wissen in individuelle Komponenten zu übersetzen.


Das größere Problem ist jedoch, dass Sony gegen Hersteller antritt, die große Teile ihres Geschäfts und ihrer Ressourcen in autonome Fahrzeugkonzepte und Lösungen investiert haben. Sony ist zwar groß und mächtig, hat aber noch nie ein Auto entwickelt. Ganz zu schweigen von einem fahrtüchtigen, konkurrenzfähigen Modell auf dem Gebiet elektrischer autonomer Fahrzeuge, wie sie jedes Quartal still und leise auf den Markt kommen. Wenn Sony jedoch den „Auto-Teil“ auf die Reihe bekommt, dann sollte die dazugehörige Technik kein Problem für sie sein.

bmw Autonomous internal design
Image:https://www.press.bmwgroup.com

BMW tanzt aus der Reihe

Was den Auftritt von BMW auf der CES 2020 angeht: Der deutsche Automobilhersteller gab sich mit so etwas wie Rädern gar nicht erst ab und hat sich von der Idee verabschiedet, auf dem größten Technologieereignis der Welt ein echtes Auto zu präsentieren. Stattdessen zeigte BMW sein Kabinen-Konzept BMW i Interaction Ease.


Die Kabine zeigt, was möglich sein kann, wenn Lenkrad, Pedale, Schaltknüppel und andere überflüssigen Dinge nicht mehr vorhanden sind. Die Konzeptstudie ist mit flachen Sitzen, Multimedia-Bildschirmen und einem beeindruckenden HMI ausgestattet. Die Kabine beobachtet zum Beispiel die Umgebung und zeigt zu den Dingen, die du beim Blick aus dem Fenster siehst, alle möglichen Informationen an. Sehr praktisch, wenn du herausfinden willst, was auf der Menükarte der nächsten Autobahnraststätte steht.

Yandex Uber Autonomous taxi
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Russlands „Google“ macht mutige Ansage

Yandex (keine Sorge, wir haben zuvor auch noch nichts von denen gehört) ist offenbar Russlands Antwort auf den weltweit allgegenwärtigen Suchmaschinen- und Technologieriesen Google. Und nicht nur das: Genau wie Googles Waymo setzt sich Yandex mit autonomem Fahren auseinander.


Obwohl das Unternehmen erst eine Million Stunden fahrerloses Fahren auf dem Tacho hat, machte sich Yandex zwei Wochen vor der CES nach Las Vegas auf und suchte sich eine stark frequentierte, nicht abgesperrte Route um die Stadt herum, um schließlich seine Flotte fahrerloser Toyota Prius' darauf fahren zu lassen. Nichts Neues, wirst du jetzt möglicherweise sagen. Allerdings dürfte dich Folgendes überraschen: Die Autos fuhren komplett ohne begleitenden Sicherheits-Fahrer hinter dem Steuer. Mit bis zu 40 Meilen pro Stunde fuhren sie ohne Probleme über belebte Kreuzungen. Lediglich ein Assistent auf dem Beifahrersitz überwachte die Technik. Beeindruckend.


Es gab auf der CES noch anderes Getöse rund ums autonome Fahren: Zum Beispiel einen eigentümlichen, liegenden Segway der nächsten Generation, der Kollisionen vermeiden kann. Oder die unheimliche, auf den Fahrer gerichtete Kamera von Qualcomm, die einen anschreit, wenn man nicht aufpasst. Insgesamt präsentierte sich die CES 2020 allerdings mit auf der einen Seite erstaunlichen Arbeiten von Experten des autonomen Fahrens, auf der anderen Seite aber auch mit vielen symbolischen Produkten, die ganz offensichtlich nur als Werbung für diejenigen Marken dienen sollten, die das Technikereignis nur als Sprungbrett benutzten.

 

Was hältst du von den diesjährigen Präsentationen? Findest du, die CES 2020 war ein Wendepunkt auf dem Gebiet des autonomen Fahrens? Diskutiere mit auf 2025AD.

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