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Waymo testet autonomes Fahren ohne „Sicherheitsfahrer“

Privatleben und Mobilität

Raven Brookes

Raven Brookes

9.12.2019

       

Wo steht Waymos fahrerloses Taxi-Angebot? Wir bringen euch auf den neuesten Stand. 

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Für diejenigen Unternehmen, die zurzeit ihre autonomen Fahrzeugflotten testen, scheint es ein ruhiges Jahr gewesen zu sein. Zwar sorgen Schlagzeilen über die Schließung der Waymo-Werke in Texas, in denen selbstfahrende Autos produziert werden, für mehr Aufmerksamkeit als Nachrichten über neueste Entwicklungen, das heißt aber nicht, dass keine Fortschritte gemacht werden. Tatsächlich ist seit diesem Monat das Gegenteil der Fall. 

Foto: waymo.com

Trotz einiger Rückschläge, darunter die bereits erwähnte Schließung, setzte Waymo auf den Straßen von Phoenix (Arizona, USA) einen Meilenstein für das Autonome Fahren: Waymo schickte ganz offiziell autonome Autos ohne Sicherheitsfahrer auf die Straße. Es ist also viel passiert, seit ich hier im Mai dieses Jahres zum ersten Mal über Waymo und seine Bemühungen, fahrerlose Taxiflotten auf den Markt zu bringen, berichtet habe.

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Was zuvor geschah

 

Im Dezember 2018 sorgte Google im Bereich „autonomes Fahren“ für Schlagzeilen. Waymo, das sich im Besitz von Googles Muttergesellschaft Alphabet befindet und von ihr betrieben wird, enthüllte eine Weltneuheit: einen vollständig autonomen, kommerziellen Taxi-Service mit nachgerüsteten Chrysler-Pacifica-Modellen.

 

Die Technologie selbst war über einen Zeitraum von zehn Jahren entwickelt worden und hunderte Freiwillige waren dabei, den Dienst auf ihren täglichen Fahrten zu testen. Im Oktober 2018 erreichte Waymo mit seinen Tests auf öffentlichen Straßen in Arizona, Kalifornien und Washington die Zehn-Millionen-Meilen-Marke. Im Dezember begannen die kommerziellen Tests einer Taxi-Ruf-App – ähnlich der von Uber.

 

Die Sache hatte nur einen Haken: Die Fahrten waren nicht gänzlich fahrerlos. Jeder der 400 Erstnutzer wurde von einem ausgebildeten Sicherheitsfahrer begleitet, der im Falle eines Systemausfalls sofort bereit war, das Steuer zu übernehmen. Nicht sicherheitsrelevante Fahrtests fanden zusätzlich abseits der öffentlichen Straßen statt, aber auf Verkehrsstraßen war die Anwesenheit eines Sicherheitsfahrers unumgänglich.

 

Jetzt hat sich die Sachlage geändert.

 

Die nächste Phase beginnt

 Als elf Monate nach dem Start des kommerziellen Dienstes TechCrunch-Journalist Ed Niedermeyer über die App einen „Waymo One“ bestellte, hielt vor ihm ein völlig leeres Fahrzeug. Bis zu diesem Zeitpunkt war jede öffentlich durchgeführte autonome Fahrt von einem Sicherheitsfahrer begleitet worden. Jetzt war der „Mitfahrer“ erstmals die einzige Person im Auto.

 

Was folgte, war eine ereignislose, aber rundum gelungene Fahrt in den Geofencing-Bereichen von Phoenix. Und dennoch: Für Ed Niedermeyer war diese Fahrt auch „surreal“, besonders, als das gänzlich fahrerlose Auto eine Geschwindigkeit von 45 Meilen pro Stunde (mehr als 72 km/h) erreichte.

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Was kommt als nächstes?

 

Diese Fahrt, die am 1. November 2019 stattfand, war die erste völlig fahrerlose Fahrt überhaupt, die öffentlich durchgeführt wurde und wird sicherlich nicht die letzte Fahrt gewesen sein. Mit seiner Flotte von 600 Fahrzeugen – größtenteils Chrysler Pacificas-Modelle – wird Waymo weitere Tests mit völlig fahrerlosen Autos durchführen. Und jetzt hat jeder vollen Zugriff auf das gesamte kommerzielle Angebot „Waymo One“.

 

Waymo steht noch immer am Anfang und es gibt immer noch starke Einschränkungen, wo diese Fahrten stattfinden dürfen. So wie es aussieht, werden sie alle in bestimmten „Geofencing- Gebieten“ durchgeführt. Wir sprechen von insgesamt rund 260 Quadratkilometern. Aber sobald sich Waymos Horizont weitet, werden auch die Testgebiete und die Flottengröße zunehmen.

 

Im Mai 2018 enthüllte Waymo in der New York Times, dass es weitere 62.000 Chrysler Pacificas gekauft habe und bereit sei, diese mit autonomen Geräten und Systemen nachzurüsten. Darüber hinaus kaufte Waymo 20.000 elektrische Jaguar SUVs. Weit mehr Fahrzeuge also, als innerhalb von 260 Quadratkilometern getestet werden könnten.

 

Die aktuelle Entwicklung ist zwar immer noch recht jung, aber im Testprozess stellt sie einen bedeutenden Schritt nach vorne dar. Sie beweist auch, dass trotz aller Rückschläge von Waymo und ähnlicher Unternehmen, Flotten von autonomen Taxis auf globaler Ebene unmittelbar bevorstehen könnten.

 

Wenn dieser Tag kommt, könnten die Vorteile für unser tägliches Leben enorm sein. Bis es soweit ist, sollten wir ab und zu einen Blick auf Arizona werfen.

 

Nimm an der Debatte teil! Wie lange wird es dauern, bis Waymo One von Menschen gesteuerte Taxis ersetzt? Welche Vorteile siehst Du dabei?

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